Unterschied zwischen Slow Juicer und anderen Entsaftertypen

Da sich immer mehr Menschen dazu entscheiden, sich ihre Säfte aus Obst, Gemüse, Kräutern oder Weizengras selbst zu pressen, bestimmen Entsafter seit einigen Jahren den Trend. Wer einmal einen frisch gepressten Saft gekostet hat, möchte auf diesen Genuss nicht mehr verzichten. Ein weiterer Vorteil ist, dass genau bekannt ist, aus welchen Zutaten das Getränk hergestellt wurde. Wer sich selbst Säfte herstellen müssen, braucht dazu einen Entsafter. Da mittlerweile mehr als hundert verschiedene Modelle auf dem Markt angeboten werden, fällt die Auswahl nicht leicht. Der nachfolgende Artikel soll über die Unterschiede zwischen einem Slow Juicer und anderen Entsaftern informieren und Hilfe bei der Auswahl des geeigneten Entsafters bieten.

Wesentliche Unterschiede zwischen einem Slow Juicer und einem Zentrifugalentsafter

Da die Entsaftungstechnik eines Slow Juicer völlig anders als bei konventionellen Zentrifugalentsaftern aufgebaut ist, kosten diese deutlich mehr als herkömmliche Entsafter. Ein Slow Juicer zerdrückt bei einer langsamen Umdrehungszahl und mit hoher Presskraft Kräuter, Gräser, Gemüse und Obst zu einem feinen Brei. Anschließend wird die breiige Masse durch ein feines Sieb gepresst. Dadurch wird verhindert, dass Sauerstoff in den Saft gelangt, sodass die Oxidation sehr gering ist. Ein weiterer Vorteil dieser Technologie ist, dass auch die besonders hitzeempfindlichen Enzyme, zum Beispiel von Papaya oder Ananas nicht zerstört werden. Im Test der besten Entsafter zeigt sich, dass aus der gleichen Menge an Zutaten 25 bis 30 Prozent mehr Saft mit der Zentrifugaltechnik erzeugt wird.

Smoothie aus Entsafter

Welcher Entsafter eignet sich für welches Getränk?

Zentrifugen dagegen zerkleinern Obst und Gemüse durch eine sehr schnell rotierende Reibscheibe, bevor dieses mittels Zentrifugalkraft zum Entsaften gegen das Sieb gepresst wird. Aus diesem Grund erfolgt das Entsaften schneller als bei einem Slow Juicer. Bei saftigem Gemüse und Obst erzielen Zentrifugalentsafter eine gute Saftausbeute. Bei Kohlsorten, allen Blattsalaten und bei faserigem Gut dagegen stößt eine Saftzentrifuge schnell an seine Grenzen. Da die Oxidation wesentlich höher ist, färben sich die Säfte schnell bräunlich.

Unterschiede bei der Saftqualität

Das Pressgut muss bei einem Slow Juicer zwar wesentlich feiner geschnitten werden, als bei einem Zentrifugalentsafter, wenn dies erfolgt ist, entsaftet der Slow Juicer alles tadellos. Bei einem Zentrifugalentsafter dagegen können sogar ganze Äpfel in den Schacht eingefüllt werden. Außer einem leisen Mahlgeräusch sind keine weiteren Betriebsgeräusche zu hören. Die Saftausbeute ist nicht nur höher als bei einem Zentrifugalgerät, sondern der Saft ist deutlich feiner, sodass beim Trinken aus einer Flasche oder einem Glas so gut wie keine Rückstände zu sehen sind.

Unterscheidungsmerkmale bei der Funktionalität

Darüber hinaus sind Slow Juicer funktionaler als ihre konventionellen Kollegen. Der Trester wird außerhalb des Gerätes gesammelt, sodass dieser falls erforderlich immer wieder geleert werden kann. Da Slow Juicer kompakter als Zentrifugalentsafter konstruiert sind, sind alle Einzelteile kleiner und lassen sich bequem und schnell von Hand reinigen. Bei den meisten Herstellern sind die Teile sogar spülmaschinenfest.

Fazit

Wer sich nur gelegentlich Säfte auspressen will, für den ist ein qualitativ hochwertiger Zentrifugalentsafter als Einsteigermodell durchaus geeignet. Mit einem Zentrifugalentsafter lassen sich durchaus schmackhafte Säfte herstellen. Für alle, die Wert darauf legen, dass die enthaltenen Nährstoffe optimal erhalten bleiben, ist ein Slow Juicer die bessere Wahl. Während bei der Auswahl einer Zentrifuge unbedingt auf eine möglichst hohe Drehzahl geachtet werden muss, sind bei einem Slow Juicer die Säfte am hochwertigsten, wenn die Presse möglichst langsam läuft. Qualitativ hochwertige Zentrifugalentsafter erreichen bis zu 11.000 Umdrehungen pro Minute. Die Drehzahl ist entscheidend, wie lange das Entsaften dauert. Geräte, die mit Zentrifugal-Technologie ausgestattet sind, arbeiten wesentlich schneller als Slow Juice, erhitzen sich jedoch während des Betriebs sehr stark, wodurch empfindliche Enzyme und weitere Nährstoffe zerstört werden. Durch die schnellen Umdrehungen bildet sich darüber hinaus viel Schaum und die hergestellten Säfte oxidieren schneller. Slow Juicer dagegen arbeiten mit maximal 100 Umdrehungen pro Minute, sodass das Pressgut schonend entsaftet wird.

Drei Entsafter im Vergleich

Frische und natürliche Säfte sind gesund. Mit einem Entsafter kann sich jeder seinen eigenen Saft mixen. Aber welcher Entsafter ist der Richtige? Dieser Artikel vergleicht drei Entsafter namenhafter Hersteller und gibt damit Hinweise für die Kaufentscheidung.

Drei Entsafter von drei Herstellern

Der 40127 Design Multi Juicer von Gastroback besitzt einen großen Einfüllschacht, einen 1.300 Watt Motor mit einer einstellbaren Geschwindigkeitskontrolle für hartes oder weiches Obst und Gemüse. Die Saftbox hat ein Fassungsvermögen von 1,2 Liter und der Tresterbehälter für die Entsafterrückstände fasst 3 Liter.

Der MES3500 Entsafter von Bosch besitzt ebenso einen großen Einfüllschacht. Einen 700 Watt Motor und zwei Schaltstufen für hartes und weiches Entsaftergut. Der Tresterbehälter fasst 2 Liter und der Saftauffangbehälter 1,25 Liter. Der integrierten Schaumtrenner soll für reinen Saft sorgen. Laut Hersteller sorgt das Edelstahl-Microfilter-Sieb für eine große Saftausbeute.

Der Entsafter HR1869/01 aus der Avance Collection von Philips mit seinem großen Einfüllschacht entsaftet über zwei Geschwindigkeitsstufen harte und weiche Früchte. Der 1.000 Watt Motor füllt den 1,5 Liter Saftbehälter und den 1,6 Liter Fruchtfleischbehälter schnell. Außerdem ist der Entsafter der Avance Collection mit einer Zitruspresse ausgestattet.

Zitrone pressen

Die Entsafter im Vergleich

Worauf kommt es bei einem Entsafter an? Natürlich soll die Saftausbeute hoch und die Bedienung einfach sein. Auch der Reinigungsaufwand ist oft ein entscheidendes Kaufkriterium. Aber auch die Größe des Geräts ist entscheidend.

Saftmenge und Qualität

Design Multi Juicer von Gastroback:

  • hohe Saftausbeute
  • entsaftet kaum Kräuter, Salat, Spinat oder Keimlinge

MES3500 Entsafter von Bosch:

  • produziert mehr Schaum als Saft, trotz Schaumtrenner
  • saftige Rückstände bleiben im Fruchtfleischbehälter zurück

Entsafter HR1869/01 von Philips:

  • hohe Saftausbeute, reiner Saft ohne Fruchtstücke
  • Entsafterrückstände sind sehr trocken

Reinigungsaufwand

Design Multi Juicer von Gastroback:

  • abnehmbare Teile sind spülmaschinengeeignet
  • Rest des Gerätes relativ leicht mit einem Schwamm zu reinigen

MES3500 Entsafter von Bosch:

  • Reinigung des Gerätes ist umständlich, wegen Ecken und Kanten im und am Gerät
  • abnehmbare Teile sind spülmaschinengeeignet

Entsafter HR1869/01 von Philips:

  • schnelle Reinigung wegen glatter Oberflächen und rundem Design
  • abnehmbare Teile sind spülmaschinengeeignet

Bedienung, Lautstärke und Größe

Design Multi Juicer von Gastroback:

  • einfacher Aufbau und leichte Bedienung
  • Schneidwerkzeug muss oft nachgeschliffen werden
  • Gerät ist groß und laut im Betrieb

MES3500 Entsafter von Bosch:

  • einfach in der Bedienung
  • laut Hersteller nicht für Dauerbetrieb geeignet, maximale Betriebszeit 10 Minuten
  • Gerät ist groß und schwer

Entsafter HR1869/01 von Philips:

  • sehr einfache Bedienung
  • integrierter Überhitzungsschutz
  • optimale Größe für die Küchenzeile, leise im Gebrauch

Fazit

Alle drei Entsafter entsaften hartes und weiches Obst oder Gemüse und können dieses wegen der großen Einfüllöffnung auch im Stück verarbeiten. Der Entsafter von Gastroback ist eher für eine Großküche geeignet und der Entsafter von Bosch liefert im Verhältnis zum Aufwand nur wenig Saft. Für Familien, Singles und Sportler ist der Entsafter von Philips geeignet, hohe Saftausbeute, bedienungsfreundlich und schnell gereinigt, nimmt der Entsafter wenig Platz auf der Küchenzeile ein.